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Steinmetzatelier Andreas Friedrich Scherzer
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Am Anfang war der Gedanke…und der Gedanke ward Wirklichkeit…
Es ist sicherlich eine der größten Herausforderungen für jeden Steinmetz die Gedanken und Vorstellungen eines anderen zu realisieren und in Stein zu verewigen. Viel Einfühlungsvermögen, zahlreiche Entwürfe und Gespräche sind nötig, um sicherzustellen, dass das fertige Werk aus Stein auch den Wünschen des Kunden gerecht wird. Diese Zeit nehmen wir uns vor dem ersten Hammerschlag – denn ist der Meißel erst einmal angesetzt ist es für ein Umdenken meist zu spät.
Wir wollen hier anhand unserer Fotos einmal dokumentieren, wie dieser Prozess vom „Gedanken“ zum fertigen Stein abläuft
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So entstehen erste Entwürfe die jetzt vom Versender der Informationen mit dem verglichen werden, was er eigentlich versenden wollte. Das heißt, welcher der Lösungsvorschläge seinem Ideal am Nähesten kommt. Ist dieser dann gefunden werden noch kleine Detaillösungen besprochen und der nun schon wesentlich genauere Entwurf gezeichnet.
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In unserem Fall konnte ich wenigstens im selben Grundstück bleiben.
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Bevor die eigentliche Arbeit am Stein beginnen konnte, mußte der Stein zu Wort kommen. Für dieses Projekt war also Rochlitzer Porphyr ausgewählt worden, der mir dank wohlwollender Fügung in gesägter Form vorlag. An diesen glatten Flächen läßt sich recht gut erkennen, welche Besonderheiten im Stein zu erwarten sind. Schließlich entstammt unser Rohstein einem Felsmassiv, welches einem Urzeitvulkan “im Halse stecken blieb“. Es waren also zahlreiche Einschlüsse von Fremdgestein, Luftporen in verschiedener Anzahl und Dichte und sogar uralte Risse im Gestein zu erwarten. Die Größe der Kluften reicht von mikroskopisch klein bis zu mehreren Millimetern Breite und im Verlauf der Zeit verschlossen sie sich mit verschiedenen Mineralien.
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Bei diesem ersten richtig „in die Tiefe schauen“ zeigten sich alsbald die ersten unliebsamen „verborgenen Schätze“. Feine offene Haarrisse oder Kieselnester und auch die eine oder andere Schwefelader waren plötzlich zu erkennen. Doch allesamt, wenn auch oft recht knapp, liegen außerhalb des gesuchten, fertigen Steines
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Auf diese Weise projiziert man die Vorderansicht auf den bereits behauenen Stein und vervollkommnet allmählich das dreidimensionale Gebilde.
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Dabei ist es wichtig, sich jeder Zeit auf die bereits bewältigte Arbeit verlassen zu können, was heißt, ohne genaues Arbeiten geht nichts.
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Das zwischen den Rändern der Beizhiebe Befindliche wird nun zunächst grob abgespitzt. Dann wird mittels Schlageisen der eingebeizte Grad etwa rechtwinklig zur Seitenfläche nachgearbeitet.
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Um das eine zu erhalten, muß das andere zunächst geschaffen werden. Für das Abrunden der Sonnenscheibe war vorerst die Begradigung der Rückseite notwendig, um dann auf dieser Fläche den exakten Kreisbogen anzeichnen zu können. Gleichwie mehr von dem fertigen Grabmal zu sehen war, machte ich mir Gedanken um die Platzierung der Inschrift. Meinen ersten Gedanken von – auf dem Würfel – hatte ich verworfen. Irgendwie wäre die Schrift dort fehl am Platz, dachte ich. Aber sie sollte schon in Bezug zu dem Kubus stehen und nicht einfach so auf der Rückseite. Vielleicht auf der Sonnenscheibe – war mein zweiter Ansatz. Der Stein wußte schon mehr und gab sein Geheimnis preis, als ich die Rundung der Sonnenscheibe anpaßte.
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Mein Bild von der Schrift sieht nun so aus:
In der Reihenfolge, Geburt, Name, Tod, läuft der Schriftzug außen um die Sonnenscheibe herum. So folgt er dem Lauf der Zeit, um nach kurzer Pause von Neuem zu beginnen. Die Arbeit am Stein schreitet über viele Leben hinfort. Der zu behauende Stein hat mit dem Namen nicht viel mehr zu tun, als das der Körper, in dem er gerade wohnt, eben diesen Namen trägt. Aber dennoch gehören sie unzertrennlich zusammen und dieser Zusammenhang wird von den Sonnenstrahlen bezeugt, die diesen Namen in das Universum schreiben. Die Schriftform wurde erhaben gewählt, um das Heraustreten aus der Sonne noch zu unterstreichen ...
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